Jeremia 5 vo 52
- von rico loosli 6924 bioggio tessin
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Jeremia 5 vo 52
5 Strift dür d Strosse Jerusalems. Gsehnd euch um u sit ufmerksam. Suechet ihri öffentliche Plätz ab, zum gseh öb der öpper chönt finde, dä Recht üebt wo sech bemüeht, treu z si, u ig wird de Stadt vergäh.
2 Selbst wenn si säge "So wahr Jehova läbt!", würde si dennoch falsch schwöre.
3 O Jehova, sueche dini Ouge nid nach Treue? Hesch sie gschlage, doch das het kei Würkig uf si. Du hesch sie vernichtet aber sie hend sech ned welle erzieh. Si hei ire Gsicht härter gmacht aus e Felse, Si hei sech umzkere.
4 Doch i ha mir gseit "Das si bestimmt eifachi Lüt. Sie handle unvernünftig, well sie d Wäg Jehovas, des Gsetz ihrem Gottes, nit kenne.
5 I wirde zu de agsehene Männer ga un mit ne rede, denn si müesse dr Wäg Jehovas, des Gsetz vu ihrem Gottes, zur Kenntniss gno hei. Aber alli hei ds Joch zerbroche u sech vo de Iischränkige befreit."
6 Drum gryft e Löwe vom Wald si a, e Wolf vo de Wüeschtebene fallt immer wider über si här, es Leopard ligt vor ihrne Städt uf dr Lauer. Jede, wo use geit, wird in Stück grisse. Denn si hei viu Überträtige begange, ihri Tate vor Untreue sy zahlriich.
7 Wi chani dir das vergäh? Dini Sohn hei mi verlah u si schwöre bi öppisem wo ke Gott isch. I ha ne aues gäh wo si bruuche, aber si hei immer wider d ehe broche, scharewis si zum Huus vonere Prostituierte.
8 Si sy wi gierigi, brünschtigi Ross. Jede wieheret nach dr Frou vomne andere.
9 "Sött i se defür nid zur Rächeschaft zieh?", erklärt de Jehova. "Sött i mi a somne Volk nid rächne?"
10 "Zieht zu de Wiibergterrasse vo de Stadt ufe und richtet Verwüschtig a, vernichtet aber nid alles. Nemed ihr d wucherende Ranke weg well si ghöred ned Jehova.
11 S Huus Israel und ds Huus Juda hei sech mir gegenüber nämmlech usgsproche treulos verhalte", erklärt Jehova.
12 "Si hei d Jehova verlügnet u säge ständig: "Er wird nüt unternäh. Über üs wird ke Unglück cho. Weder Schwert no Hungersnot werdemer gseh.'
13 D Prophete sin voll leerem Gred un de Wort sin nit in nene. So soll`s ne ergoh!
14 Drum seit d Jehova, dr Gott dr Heere: "Wiu di Manne so rede, mach i mi Wort i dim Muul z Füür. Das Volk isch s Holz, es wird drvo verzehrt."
15 "Ich bringe es Volk us der Ferni über euch, Huus Israel", erklärt d Jehova. "Es isch es syt Langem bestehends Volk. Es isch es urauts Vouch, es Vouch, wo d Schpraach nid kennsch u däm Wort du nid versteisch.
16 Ihr Köcher isch wienes offnigs Grab. Es sy aus Chrieger.
17 Si wärde dini Ernte u dis Brot verschlinge. Si wärde dini Bue und Töchter verschlinge. Si wärde dini Schöfli u Rinder verschlinge. Si wärde dini Wystöck u Fygeböim verschlinge. Dini befestigte Städt wo du vertrausch, wärde si mit däm Schwärt zerstöre."
18 "Doch o i dene Täg", so erklärt d Jehova, "werdi euch nid völlig vernichte.
19 Und wenn si frage: 'Warum het üses Gott Jehova üs das alles ataa?', de söttsch ne antworte: 'So, wie ihr mi verloh händ, um in öiem Land em ne frömde Gott z diene, so wäre ihr Frömde diene imene Land, wo nid äich ghört.
20 Verchündet das im Huus Jakob, rüefts z Juda uus u seit:
21 "Hör etz, du unvernünftigs Volk ohni Verstand: Ihr händ Auge, chönd aber nöd gseh. Ihr händ Ohre, chönd aber nöd ghöre.
22 "Fürchtet ihr mi nid?", erklärt Jehova. 'Söllet ihr nid vor mir zittere? I bi's wo am Meer de Sand als Gränze gsetzt het, e duurhafti Schranke wos nid cha überschriite. Obwohl sini Wälle tobe, chöme si nid dergäge aa. O we si no so sehr tose, chöme si nid drüber use.
23 Doch däm Volk het es sture u rebellischs Härz. Si hei sech abgwandt u si ihre eigeti Wäg gange.
24 Und si säge sech nid: "Lönd üs itze üse Gott Jehova fürchte, dä wo zur richtige Ziit Räge git, dä Herbstrege u dä Früeligsrege, dä, wo di feschtgsetzte Ärntewuche für üs sicheret."
25 Wege öire eigene Vergehe isch das alles usbliebe. Euri eigene Sünde hei euch ds guete vorenthalte.
26 Denn unger mim Volk gits schlächti Mönsche. Si hebe ständig Usschou wie dickendi Vogelfänger. Si steue e tödlechi Falle. Si fange mensche.
27 Wi ne Chäfig volle Vögel, so sy ihri Hüüser volle Betrug. Drum sy si mächtig u rych worde.
28 Si si fett u ihri Hut isch glatt. Si quellene über vor Bösem. Dr Rächtsfau vo de Vaterlose füehre si nid, sodass si erfolgrich wäre, und de Arme verwehre si ds Rächt.
29 "Sött i se defür nid zur Rächeschaft zieh?", erklärt de Jehova. "Söll i mi a somene Volk nid rächne?
30 Öppis Entsetzlechs u Schrecklechs isch im Land gscheh:
31 D Prophete prophete mache Lüg un d Prieschter nutze ihri Autorität, um anderi z beherrsche. U mi eigene Volk liebts so. Doch was werdet Dir tue, we das Ändi chunnt?"